Spezielle Nutzungsaspekte für Webshops

Überforderung bei sehr vollen Seiten

Viele BenutzerInnen hatten Probleme mit der unübersichtlichen Gestaltung der Webshops: zu viele und schlecht strukturierte Seitenelemente erschweren die Konzentration auf die jeweiligen Aufgaben. Hier wurden insbesondere Amazon, Geizhals und Quelle kritisiert.
BenutzerInnen von Screenreadern und Zoomsoftware haben besonders unter überfüllten und schlecht strukturierten Seiten gelitten. Bei Screenreader-UserInnen kam es zu Unsicherheiten aufgrund unklarer Abgrenzung von Artikeln im Warenkorb und gleichzeitig vorhandener Empfehlungen und Verlaufslisten von ähnlichen Produkten.

Auf der Geizhals-Website war den BenutzerInnen nicht bewusst was der eigentliche Schwerpunkt der Website ist (Preis- und Produktvergleich), statt dessen haben die BenutzerInnen die Website für einen Webshop gehalten.

Websites, die bewusst die Anzahl der Seitenelemente reduziert haben und einzelne Seitenbereiche klar von einander abgetrennt sind, wurden explizit gelobt (Ö-Ticket, Hausfreund).

Wichtige Elemente am Beginn

Damit essentielle Elemente eines Shops wie der Warenkorb, das Login oder die Suche schnell gefunden werden können, sollten die Links bzw. Formulare direkt am Anfang jeder Seite (d.h. auch im Quellcode am Beginn) zu finden sein.

Überfrachtete Navigation

Insbesondere Screenreader-NutzerInnen leiden an einer schlecht aufgebauten und zu umfangreichen Navigation. Zum Teil sind dynamische Navigationen nur mit der Maus bedienbar.

Verwechslung von Werbung und Inhalt

Werbung – insbesondere blinkende Banner – wurde mehrfach als störend klassifiziert. Zum Teil wurde Werbung mit Inhalten verwechselt, wenn diese nicht klar abgegrenzt innerhalb des Contents untergebracht war.
Werden jedoch bestimmte Angebote und Produkte zB. als besonders günstig hervorgehoben, wird dies im Allgemeinen positiv aufgenommen.

Produktsuche

Je klarer nachvollziehbar und übersichtlicher die Produktkategorisierung in der Navigation gestaltet war, desto eher haben BenutzerInnen auf diese zurückgegriffen.
Bei technischen Produkten wurden mehrfach Probleme mit der Kategorisierung durch nicht verständliche Begriffe und Zusammenlegungen (z.B. TV und Video) beobachtet. Subkategorien wurden nicht mehr ausgewählt, Teaserangebote als komplettes Suchergebnis gewertet.

Die Volltextsuche wurde von vielen BenutzerInnen mit mehreren Suchbegriffen genutzt. Falsch gewählte und falsch geschriebene Suchbegriffe haben zu erfolglosen Suchanfragen geführt. Insbesondere die sehr leistungsfähige Suche von Amazon hat sich auch in schwierigen Situationen bewährt.

Generell wurde beobachtet, dass sich die BenutzerInnen nach erfolgloser Produktsuche wieder auf die Startseite zurück begeben haben, um von einem klar definierten Ausgangspunkt neu starten zu können.

Produktübersicht

Die Anordnung der gefundenen Produkte ließ aus Sicht der UserInnen in vielen Fällen zu wünschen übrig. Die Testpersonen empfanden diese als nicht übersichtlich und hilfreich. Filter- und Sortiermöglichkeiten wurden zumeist ebenso wenig genutzt wie alternative Produktansichten.

Produktdetailansicht

Diese wurde größtenteils als gut benutzbar und hinreichend empfunden. Waren die Seiten mit zu vielen anderen Informationen überfrachtet (Amazon), hat dies dazu geführt, dass die BenutzerInnen nicht die gesamten produktspezifischen Informationen wahrgenommen haben.

Spezielle Features

Die meisten der getesteten speziellen Features, wie Blättern im Katalog (Quelle), Search inside (Amazon), Zoomfunktion (Quelle), Sitzplatzauswahl (Ö-Ticket), Wunschzettel (Amazon) waren für die ProbandInnen schwierig zu benutzen.

Unsicherheit über Datenschutz und Bedingungen

Etliche UserInnen haben explizit nach Geschäftsbedingungen, Lieferbedingungen und Datenschutzinformationen gesucht. Nach erfolgloser Suche gaben sie an, in der Realität entweder den Kundendienst telefonisch zu kontaktieren oder den Kaufvorgang an dieser Stelle abzubrechen.