Zielgruppen

Die Gestaltungsrichtlinien sind einerseits als grundsätzliche Information zu nutzerorientiertem E-Commerce und auch als Leitfaden für Consulting im Bereich E-Commerce mit besonderem Fokus auf Accessibility und Usability für Ältere UserInnen und Menschen mit Behinderungen konzipiert. Andererseits sollen sie der direkten Qualitätskontrolle bei der Entwicklung und Implementierung barrierefreier Shoplösungen dienen.

Sie richten sich also an ShopentwicklerInnen und ShopbetreiberInnen, die einerseits die gesetzlichen Verpflichtungen bezüglich Web Accessibility erfüllen und ihrer sozialen Verantwortung nachkommen wollen und andererseits die wachsende Zielgruppe älterer Käuferschichten berücksichtigen wollen.

Sie setzen webtechnisches Grundverständnis voraus, können jedoch vielfach nicht in die nötige technische Tiefe gehen, die spezialisiertes Programmier Know How erfordert.
Die Guidelines zielen primär darauf ab, Nutzungsbarrieren für folgende Zielgruppen zu verringern bzw. zu beseitigen:

  • Ältere Menschen (50plus, 60plus), die bereits von leichteren Sinneseinschränkungen wie etwa zunehmender Weitsichtigkeit betroffen sind.
  • Menschen mit wenig E-Commerce Erfahrung (ErstkäuferInnen, technikferne UserInnen, Personen mit geringer PC Erfahrung, risiko-averse Menschen…). Ein Großteil älterer WebnutzerInnen zählt derzeit noch zu dieser Gruppe.
  • Menschen mit Behinderungen (Sinnesbehinderungen, motorische Behinderungen, nur sehr bedingt kognitive Behinderung). Diese Behinderungen können auch aufgrund alterstypischer Krankheiten auftreten, von denen die Generationen 70plus, 80plus stärker betroffen sind: z.b. Augenkrankheiten wie grauer und grüner Star, Makuladegeneration, Netzhautablösung und Diabetische Retinopathie; motorische Einschränkungen, Schmerzen, Taubheit in den Fingern, Zittern, Versteifungen, Lähmungen etc. die durch Karpaltunnelsyndrom, Parkinson, Arthritis, Arthrose, Herz- Kreislauferkrankungen, Schlaganfall…. verursacht werden; kognitive Einschränkungen infolge von nachlassender Konzentrationsfähigkeit, bis zu Alzheimer und Demenz…

Es kann davon ausgegangen werden, dass eine breite Gruppe von Menschen von den in diesem Dokument angeführten Maßnahmen profitiert.
Aufgesplittet nach Einschränkungen, die dabei berücksichtigt werden, geht es um folgende Gruppen:

Nicht behinderungsbedingte Einschränkungen

  • Ältere NutzerInnen
  • NutzerInnen mit geringer Interneterfahrung
    • ErstkäuferInnen
    • Unsichere, risiko-averse KäuferInnen
  • NutzerInnen mit anderer Muttersprache

Behinderungsbedingte Einschränkungen

Alterbedingte Behinderungen sind hier miteingeschlossen.

  • NutzerInnen mit motorischen Einschränkungen
    • NutzerInnen von Hilfsmitteln wie speziellen Tastaturen, Mäusen, Joysticks, Switches, Taster, Trackballs
    • Kopfstab, Mundstab, Kopfmaus etc.
    • NutzerInnen von Sensorsteuerungen, Spracheingabe
  • Sehbehinderte NutzerInnen
    • Blinde NutzerInnen
    • NutzerInnen mit starken Seheinschränkungen
    • Screenreader NutzerInnen
    • Zoom-Software NutzerInnen
    • NutzerInnen mit Farbfehlsichtigkeit
  • Hörbehinderte NutzerInnen
  • NutzerInnen mit sprachlichen Einschränkungen aufgrund von Gehörlosigkeit
  • NutzerInnen mit kognitiven Einschränkungen
  • NutzerInnen mit Leseschwäche (z.B. aufgrund von Dyslexie / Legasthenie)

Nach End-/Eingabegerät

  • Alle NutzerInnen von assistiven Technologien
  • TastaturbenutzerInnen
  • NutzerInnen mobiler Endgeräte
  • NutzerInnen älterer Technologie (z.B. langsamer PCs, veraltete Software)