2.2 Navigation, Linkstruktur

User erwarten, dass sich die Navigation einer Website gleichbleibend verhält. Für Menschen mit Behinderungen, die das Internet unter erschwerten Bedingungen nutzen, ist ein vorhersehbarer Aufbau eines Internetauftritts besonders wichtig.

Eine Navigation in Textform – im Gegensatz zur Verwendung von Grafiken – macht ausgabe­unabhängig. Inhalte können mittels verschiedener CSS Styles unterschiedlich präsentiert werden, z.b. auch auf mobilen Geräten. Sie ermöglicht individuelle Benutzereinstellungen wie Schriftvergrößerung, Kontraständerung (z.B. weiße Schrift auf schwarzem Grund) für blendempfindliche Menschen und Überschreiben der Seiten Stylesheets durch lokales CSS, das eine individuell zugängliche Darstellung ermöglichen.

Aussagekräftige Links sind ein Usability- und Acccessibility-Kriterium. Links, derer Ziel eindeutig ist, erleichtern die Navigation in einer Website und geben ein Gefühl der Kontrolle und Sicherheit. Werden alle relevanten Informationen innerhalb des Linktexts angegeben, sind sie auch für blinde NutzerInnen und NutzerInnen von Zoomprogrammen klarer erkennbar. Redundante Information in TITLE Attributen ist jedoch störend.

Große Klickflächen können schneller und leichter bedient werden. Logos, Bilder, Buttons und der Zurück-Button des Browsers werden u.a. auch deshalb häufig genutzt, weil ihre Klickflächen größer sind als jene von Textlinks.

Die deutliche Markierung von Links im Inhaltsbereich erhöht die Interaktionsgeschwindigkeit und ermöglicht Usern – insbesondere mit visuellen Einschränkungen – erst, Links auch als solche wahrzunehmen. Auch die Interaktion bei Links (Mouseover, Fokus, Klicken) sollte durch optische Änderungen deutlich markiert werden.

Die vorhandenen Möglichkeiten von assistiven Technologien und Browsern, Strukturinformationen wie Überschriften, Absätze und Listen auszulesen und anzusteuern, verbessert die Bedienungsfreundlichkeit und sollte daher unbedingt genutzt werden.

Viele JavaScriptmenüs sind mit veralteten JavaScript Techniken programmiert. Sie bieten keine Fallbacklösungen, sind nicht tastaturbedienbar und für blinde NutzerInnen höchst unübersichtlich und verwirrend. Häufig sind sie auch für DurchschnittsnutzerInnen schwer bedienbar, zu komplex, zu lang, zu reaktionsschnell, zu kleinteilig mit zu kleiner Schrift. Auch halbtransparenter Hintergrund macht sie schwerer lesbar.

Dynamische Menüs sind für User mit Einschränkungen schwierig zu benutzen: Zoom Software NutzerInnen sehen nur einen Teil des Bildschirms und können Probleme mit der Wahrnehmung und Bedienung von Aufklappmenüs haben. NutzerInnen mit motorischen Einschränkungen können maussensitive Aufklappmenüs schwer bedienen, Navigationsteile klappen ungewollt zu oder auf. Blinde NutzerInnen erhalten Links schlecht programmierter JavaScript Menüs in doppelter Ausführung. Die Lesereihenfolge ist möglicherweise falsch.