4.1.1 Markieren Sie Promotions, Werbung, Sonderangebote und Empfehlungen klar als solche

Hintergrund

Werbung und Promotionplätze, Sonderangebote, Empfehlungen und Cross Selling Produkte, die sich nicht klar visuell und strukturell von gesuchten Inhalten (Produktdarstellungen, Suchergebnissen, Shop-Informationen) abheben, können die BenutzerInnen verwirren und vom eigentlichen Kaufprozess ablenken:

  • Werbeeinblendungen, die zusammengehörige Inhalte trennen: Folgeinformation (z.B. Produktdetails, weitere Suchergebnisse) werden dadurch entweder übersehen oder nicht als zugehörig erkannt.
  • Promotions arbeiten häufig mit auffälligen optischen Elementen (z.B. Animation, Bilder, Farbe, große Schrift) und können die Übersichtlichkeit einer Seite erheblich reduzieren. Viele Webshops leiden ohnehin an überladenen Interfaces und mangelndem Weißraum.
  • Topangebote oder Empfehlungen können als Suchergebnis missinterpretiert werden und nicht den gewünschten Sucherfolg liefern

Eine klare Auszeichnung von Promotionplätzen erleichtert deren Bewertung und Einordnung („warum werden diese Informationen angezeigt“), z.B. Werbung, Sonderangebote.

Bei den durchgeführten Usertests war den ProbandInnen häufig nicht klar, dass es sich bei Inhalten im Contentteil um Werbeeinschaltungen handelte:

  • Werbeeinschaltungen die bei Suchergebnissen oben (z.B. geizhals.at) oder Empfehlungen des Shops, die zwischen Suchergbenisse gereiht wurden (z.B. amazon.de: Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch.) haben in den Benutzertests zu Verwirrungen geführt.
  • Einem blinden User war bei quelle.at nicht klar, ob empfohlene Waren Inhalt seines Warenkorbes sind oder nicht.

Besonders Menschen mit Sehbehinderungen nützt eine klare Kennzeichnung von Werbung / Promotion Einschaltungen bei Orientierung innerhalb einer Seite.

Wichtige Seiteninhalte sollen nicht wie Werbung aussehen, Werbung wird laut Usability Untersuchungen häufig von der Wahrnehmung ausgeblendet (Banner Blindness). [Nielsen E-Commerce User Experience S. 53f]

Maßnahmen

  • Achten sie auf klare Trennung von Werbung und Inhalt.
  • Kennzeichnen Sie Werbung, Promotions, Angebote und Empfehlungen visuell und strukturell (durch HTML-Überschriften, farblich, Weißraum) als solche.
  • Platzieren Sie Werbung möglichst nicht zwischen zusammengehörigen redaktionellen Inhalten, sondern Sie diese deutlich davon ab.
  • Halten Sie das Verhältnis zwischen Werbung und redaktionellem Content niedrig.
  • Vermeiden Sie zusätzliche Inhalte, Empfehlungen auf Warenkorbseiten und während des Checkout Prozesses.

Wer profitiert davon

  • BenutzerInnen mit wenig E-Commerce- oder Internet Erfahrungen
  • BenutzerInnen mit Sehbehinderungen oder Blinde, denen die Orientierung schwerer fällt

Beispiele

Quelle Formularverwirrung durch fehlende Labels

quelle.at: Das Cross Selling Angebot auf der Warenkorbseite in der Menüleiste rechts ist – strukturell – nicht deutlich genug gekennzeichnet und damit verwirrend für blinde NutzerInnen. Eine blinde Testperson konnte bei den Usertests den tatsächlichen Inhalt ihres Warenkorbs nicht eindeutig ermitteln. Warum im Übrigen, im gezeigten Fall, eine Tischdecke beim Kauf eines Kühlschranks als Cross Selling Produkt angeboten wird ist nicht nachvollziehbar.

Startseite Geizhals

geizhals.at: Die Werbung auf der Startseite war nicht für alle ProbandInnen der Usertests als solche erkennbar, weil sie sich mitten im Contentteil befand.