9.3.3 Bieten Sie intuitives Paging, erklären Sie ungewöhnliches Paging

Hintergrund

Paging ist ein weitverbreitetes – und demnach auch bei den meisten UserInnen bekanntes – Konzept, um lange Listen gleichartiger Elemente auf mehreren Seiten verteilt anzuzeigen. Normalerweise wird die “Pagination” als eine Liste von Seitenzahlen dargestellt und genau danach suchen BenutzerInnen normalerweise auch.

Wenn Sie eine ungewohnte Art des Pagings anbieten, sollten Sie diese erklären, um den Lernprozess für Ihre BenutzerInnen abzukürzen. Im Idealfall ist jedoch jede Art von Navigation intuitiv verständlich und sollte keine Erklärung benötigen. Wenn Sie nicht von selbst verständlich ist, darf sie nur ein Zusatzfeature sein, das zur Benutzung der Site nicht unbedingt notwendig ist.

Maßnahmen

  • Bieten Sie eine auffällige Information an, dass es noch mehr (Such-)Ergebnisse auf weiteren Seiten gibt.
  • Verwenden Sie nicht intuitives Paging nur als Zusatz und bieten Sie auch eine andere Möglichkeit, zwischen Produkten zu blättern.
  • Geben Sie ev. eine kontextsensitive Hilfe.

Wer profitiert davon?

  • NutzerInnen mit geringer Interneterfahrung.
  • NutzerInnen mit kognitiven Behinderungen, die komplexe Interface-Elemente nicht intuitiv verstehen.

Beispiel

Quelle Paging

quelle.atDie alternative Katalogansicht “XXL-Ansicht” verwendet eine ungewohnte Paging Methode. Wie bei einem Accordion klappt eine Produktreihe mit Thumbnailbildern in größerer Ansicht und Preisangabe auf. Keine unserer Testpersonen verwendete die Paging-Pfeile. Sie klickten nur auf die kleinen Thumbnailbilder. Die Paging-Methode ist hier ein Zusatz, sie muss nicht unbedingt verwendet werden. Bei mouse-over über einzelne Thumbnails erscheint auch eine größere Ansicht des jeweiligen Produkts. Selbständiges – vielleicht zufälliges - Erlernen führt zu einem positiven „Aha“-Erlebnis. Ein Übererklären von Features ist kontraproduktiv. Es muss im jeweiligen Einzelfall abgewogen und getestet werden, ob eine Navigationshilfe nötig ist.